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Archiv vom Januar 2019 (6)

Dance-Workshop

Ich habe an einem Workshop des Tanztheaters Heidelberg teilgenommen. Die Workshops sind für Tanzinteressierte, nicht unbedingt Tänzer/innen.

Es war sehr interessant, auch, weil ich es mit ganz anderen Menschen zu tun hatte, nicht die, die ich üblicherweise vom Tanzen kenne.

Ich habe gelernt, dass vieles, was auf der Bühne passiert Improvisation ist, Improvisation, die allerdings vorher geübt wird, also nicht spontan und aus dem Nichts, sondern aus Erfahrung. Außerdem ist Beziehung ein Grundthema im zeitgenössischen Tanz.

Ich habe etwas Wichtiges mitgenommen und werde vielleicht hin und wieder einen dieser Workshops besuchen.

Sergei Polunin

Sergei Polunin hat sich auf der DLD in München zu seinen Mitteilungen auf seinem Instagram-Account geäußert.

Ich kann seine Gedankengänge teilweise sehr gut nachvollziehen. Ich denke aber, und da gebe ich Tanit Koch recht, dass es seine Aufgabe wäre durch Taten und als Vorbild sein Anliegen verständlich zu machen. Es sind ja einige Punkte angesprochen, die man sehr wohl sehr deutlich und persönlich angehen kann, aber die Art und Weise, wie er sie formuliert, ist mir zu einfach und überzogen.

Er wird die Ballett-Welt sicher noch länger beschäftigen. Für mich ist er der weltbeste Balletttänzer.

Update: Er hat seinen Instagram-Account wieder aufgenommen und postet skuriles Zeug. Er sieht eine Verschwörung der Illuminati, lobt die Mafia, hält Putin für einen Engel und wünscht ihn sich als Weltherrscher, er hasst Männer, die nicht athletisch sind und feminine Balletttänzer seien der Grund, weshalb Ballett so langweilig geworden ist, er würde es ändern, es läge auf seinen Schultern. Ihn auftreten zu lassen, ist ein echtes Politikum.

Choreografie und AI

Wayne McGreogor arbeitet mit Google an einer Kommunikation zwischen Tänzern und AI, um zu einer Choreografie beziehungsweise Bewegungs-Mustern zu kommen, die auf die individuellen Tänzer/innen abgestimmt ist.

A quiet evening of dance

Forsythe kommt am 3. und 4.4. in die Hebelhalle. Da ich noch nie ein Stück von ihm gesehen habe, wäre das mal eine gute Gelegenheit.

Strong toes

Petit Allégro habe ich für mich schon abgehakt. Mal davon abgesehen, dass sich mein Gehirn verknotet und ich mir die Kombinationen kaum merken kann, ist an eine wirklich saubere Ausführung gar nicht zu denken und am allerwenigsten mit gestreckten Füßen.

In solchen Momenten versuche ich abzugucken und ich komme zu dem Schluss, dass ich niemals die Füße so schnell bewegen kann. Als einfachste Ausrede habe ich entschieden, dass ich das als Mann nicht brauche und auch gar nicht kann. Leider gibt es Männer, die das sehr gut können.

Auf Reddit hat sich ein junger, ehemaliger Profitänzer gemeldet, dem man Fragen stellen konnte. Nicht nur ist seine Geschichte sehr interessant, auch seine technischen Hinweise sind Gold wert.

Einer fragt, was man tun kann, damit man auch Petit Allégros meistert. Die Antwort ist sehr präzise und ebenso, wie er sagt, einfach: strong toes. Er empfiehlt zur Stärkung die towel exercise. Ich kenne die nur als Übung für Spitzentanz und habe sie deshalb nie gemacht. Aber die kann ich ja gerne mal einbauen.

Ich habe ja auch schon festgestellt, dass das eines meiner schwächsten Punkte ist. Und auch meine Verletzung an den kleinen Zehen kommen unter anderem von einer mangelnden Kraft und Gelenkigkeit des großen Zehs. Für meine Verhältnisse habe ich schon viel gedehnt, aber nicht genug und auch wenig gestärkt.

Man kann die Zehen und Füße gar nicht genug trainieren und unterschätzt immer wieder die Notwendigkeit. Und selbst wenn man die Notwendigkeit erkannt hat, trainiert man doch meist zu wenig.

Becoming von Iván Pérez

Am 23. und 24. März wird das nächste Stück von Iván Pérez im Zwinger aufgeführt.