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Archiv vom Januar 2019 (3)

Chaine und Jeté

Immer wieder elektrifizierend und ein Grund, weshalb ich mit Ballett angefangen habe: Fliegen lernen.

Dabei habe ich gar nicht Fliegen gelernt, jedenfalls nicht so. Nur im Ansatz, wackelige Chaines und ein winziges Jeté. Note: „Mhm“ bis „nicht schlecht“. Und das ist schon überdurchschnittlich, wissend, dass entweder ein Berg Arbeit vor mir liegt oder ich mich damit zufrieden gebe.

Die besuchten Aufführungen der letzten drei Monate

Ich vergesse leider immer sehr schnell, wann ich welche Aufführung gesehen habe. Bis auf das neue Stück von Iván Pérez habe ich alle mehr oder weniger durch Zufall gesehen. Auf L-E-V wurde ich durch ein Plakat aufmerksam, für Hofesh Shechter und das Ballet National de Marseille habe ich Karten von einer Bekannten geschenkt bekommen, die ein Abo, aber keine Zeit an den Abenden hatte. Ich habe mir jetzt einen Kalender erstellt und sehe mir die Programme der Theater durch.

Shechter hat mich natürlich umgehauen, ebenso Sharon Eyal.

Zum 30-jährigen Bestehen des Unterwegstheaters haben sie Sharon Eyal geholt. Was für die kleine Stadt und das kleine Theater ganz groß war, nur möglich mit Unterstützung der Manfred Lautenschläger-Stiftung.

Shechter ist der Wahnsinn. So, genau so.

Das Ballet National de Marseille war sehr gut. So richtig kann ich mich nicht erinnern, was nicht gegen das Stück spricht. Nur gegen mein Gedächtnis.

Der Nachfolger von Nanine Linning ist Iván Pérez. Er ist jung und es ist toll, dass man ihm diese Chance gibt. Man merkt ihm sein Alter ein bisschen an, er muss noch etwas wachsen, bis seine Werke an Gestalt gewinnen. Ich mag seine Ideen. Die Musik von Ferran Cruixent phänomenal.

2.10.2018
Love Chapter 2
von L-E-V (Sharon Eyal und Gai Behar), Musik von Ori Lichtik

27.10.2018
Extremalism/Bolero vom Ballet National de Marseille

22.11.2018
Grand Finale von Hofesh Shechter

4.12.2018
Impression von Iván Pérez, Musik von Ferran Cruixent

Vom Ballett zum zeitgenössischem Tanz

Das war jetzt ein längerer Prozess. Ein halbes Jahr hat es gedauert, bis ich wirklich vom Ballett wegkam und bei Contemporary landete. Naja, man landet da nicht, man hat nur irgendwann so viel verschiedene Bewegungsmuster gelernt, dass man die Verbindung herstellt und sich mehr oder weniger frei bewegen kann.

Es war hart, nicht mehr Ballett tanzen zu können. Meine Zehen waren mir wichtiger, meine Gesundheit war mir wichtiger. Ich musste lernen, anders auf mich zu hören und zu achten.

Ich musste mir komplett neuen Unterricht suchen und neue Schulen. Ich musste den Druck rausnehmen, meinen Anspruch ändern.

Es war ein wichtiger Prozess, ein guter Prozess.

Der Modern Jazz-Unterricht war nichts für mich. Die Lehrerin ist gut, sehr gut, aber der Stil war nichts für mich. Ich habe mir stattdessen eine Contemporary-Gruppe gesucht und bin dort sehr glücklich.

Jetzt nehme ich also ausschließlich Unterricht in zeitgenössischem Tanz, ab und zu werde ich Ballett-Workshops besuchen, zur Auffrischung.

Außerdem habe ich mit Partnerarbeit angefangen, Contact Improvisation bzw. Contact überhaupt.