Ballet wtf

Ballett ist cool

Als ich Swing getanzt habe, merkte ich dass das Wesentliche des Swing-Tanzens die Coolness ist. Wenn es lässig oder souverän aussieht, dann sieht es gut aus. Jeder Tanz muss eine gewisse Leichtigkeit haben.

Cool ist nicht schlimm, cool ist gelassen, ruhig und ganz selbstverständlich. Cool ist das Gegenteil von nervösem, kritischem, ängstlichem Denken, das Gegenteil von Zögern und Zweifeln. Cool verändert nach eigenen Vorstellungen und setzt diese als selbstverständlich voraus. Wir verbinden deshalb Coolsein mit Jugend, weil man in der Phase noch nicht sämtliche Maßstäbe und Standards kennt und seine eigenen setzt.

Man tut die Dinge mit einer gewissen Selbstverständlichkeit und Lässigkeit und was eigentlich daneben oder nicht passend wirkt, weil es dem Standard oder unseren Vorstellungen nicht entspricht, wirkt so, als gehöre es so und nicht anders. Coolness setzt individuelle Maßstäbe. Und in jeder Sache steckt die Möglichkeit, cool zu sein. Auch im Ballett. Und es ist immer auch die Frage, wie man es selbst sieht und welche Schule und Lehrer man wählt. Coolness ist eben auch eine Haltung.

Der Grund, weshalb ich überhaupt auf das Thema komme, ist ganz einfach der, dass mir die Frage, ob Ballett cool sei, jetzt schon öfter an unterschiedlichen Stellen begegnet ist, unabhängig vom Geschlecht, natürlich.

Irgendwann stellt man sich die Frage nicht mehr, weil man es sicher und selbstverständlich tut, aber spätestens, wenn man es nicht mehr nur für sich selbst macht und aufführen will oder eine Aufführung ansehen will oder einem plötzlich etwas Cooles über den Weg läuft, ist man wieder mit der Frage konfrontiert. Sie verhindert auch ein bisschen eine eingefahrene Haltung und festgefahrene Denkwege und Betrachtungsweisen.

Wenn ich nicht so dermaßen coole Sachen im Ballett gesehen hätte, hätte ich es niemals angefangen.