Ballet wtf

Have fun

Ich wurde gefragt, ob der Auftritt Spaß gemacht hat. Ich überlegte lange, ob ein Ja oder ein Nein besser passt. Weder noch, dachte ich bei mir und versuchte Worte zu finden.

Dabei habe ich mir vor jedem Auftritt hinter dem Vorhang gesagt: Hab Spaß. Man ist ja doch sehr angespannt und konzentriert und am Ende soll Tanzen Spaß machen. Spaß ist aber ein unzureichender Ausdruck, es gibt Tänze, die tatsächlich Spaß machen, aber die meisten machen Freude und manche wecken ganz andere Gefühle, Erfüllung oder Erhabenheit oder Geborgenheit oder Stolz.

Mir fällt es sogar schwer, das, was ich mache, Tanzen zu nennen. Ich sage, ich gehe ins Training oder in den Unterricht oder ins Modern oder ins Ballett. Swing war Tanzen, das Spaß macht. Das ist das, worauf es ankommt. Im zeitgenössischen Tanz und Ballett lernt man Techniken, Stile und betreibt mehr oder weniger Körperarbeit. Von Yoga würde ich nie sagen, dass es Spaß macht. Man würde keinen Yoga-Meister frage, ob Yoga Spaß macht. Es ist etwas Ernstes, das Freude bereitet und noch viel mehr.

Ab und zu sage ich mir tatsächlich, dass ich mehr Humor oder Spaß möchte, aber das passiert phasenweise oder für Momente. Eine schnelle und effektive Technik, um dem Ernst nicht all zu viel Raum zu geben, der schnell in Trübsal, Schwere und Starre umschlagen kann.

Jetzt weiß ich, was ich auf die Frage hätte antworten sollen: “besser”.