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Strong toes

Petit Allégro habe ich für mich schon abgehakt. Mal davon abgesehen, dass sich mein Gehirn verknotet und ich mir die Kombinationen kaum merken kann, ist an eine wirklich saubere Ausführung gar nicht zu denken und am allerwenigsten mit gestreckten Füßen.

In solchen Momenten versuche ich abzugucken und ich komme zu dem Schluss, dass ich niemals die Füße so schnell bewegen kann. Als einfachste Ausrede habe ich entschieden, dass ich das als Mann nicht brauche und auch gar nicht kann. Leider gibt es Männer, die das sehr gut können.

Auf Reddit hat sich ein junger, ehemaliger Profitänzer gemeldet, dem man Fragen stellen konnte. Nicht nur ist seine Geschichte sehr interessant, auch seine technischen Hinweise sind Gold wert.

Einer fragt, was man tun kann, damit man auch Petit Allégros meistert. Die Antwort ist sehr präzise und ebenso, wie er sagt, einfach: strong toes. Er empfiehlt zur Stärkung die towel exercise. Ich kenne die nur als Übung für Spitzentanz und habe sie deshalb nie gemacht. Aber die kann ich ja gerne mal einbauen.

Ich habe ja auch schon festgestellt, dass das eines meiner schwächsten Punkte ist. Und auch meine Verletzung an den kleinen Zehen kommen unter anderem von einer mangelnden Kraft und Gelenkigkeit des großen Zehs. Für meine Verhältnisse habe ich schon viel gedehnt, aber nicht genug und auch wenig gestärkt.

Man kann die Zehen und Füße gar nicht genug trainieren und unterschätzt immer wieder die Notwendigkeit. Und selbst wenn man die Notwendigkeit erkannt hat, trainiert man doch meist zu wenig.

Becoming von Iván Pérez

Am 23. und 24. März wird das nächste Stück von Iván Pérez im Zwinger aufgeführt.

Die besuchten Aufführungen der letzten drei Monate

Ich vergesse leider immer sehr schnell, wann ich welche Aufführung gesehen habe. Bis auf das neue Stück von Iván Pérez habe ich alle mehr oder weniger durch Zufall gesehen. Auf L-E-V wurde ich durch ein Plakat aufmerksam, für Hofesh Shechter und das Ballet National de Marseille habe ich Karten von einer Bekannten geschenkt bekommen, die ein Abo, aber keine Zeit an den Abenden hatte. Ich habe mir jetzt einen Kalender erstellt und sehe mir die Programme der Theater durch.

Shechter hat mich natürlich umgehauen, ebenso Sharon Eyal.

Zum 30-jährigen Bestehen des Unterwegstheaters haben sie Sharon Eyal geholt. Was für die kleine Stadt und das kleine Theater ganz groß war, nur möglich mit Unterstützung der Manfred Lautenschläger-Stiftung.

Shechter ist der Wahnsinn. So, genau so.

Das Ballet National de Marseille war sehr gut. So richtig kann ich mich nicht erinnern, was nicht gegen das Stück spricht. Nur gegen mein Gedächtnis.

Der Nachfolger von Nanine Linning ist Iván Pérez. Er ist jung und es ist toll, dass man ihm diese Chance gibt. Man merkt ihm sein Alter ein bisschen an, er muss noch etwas wachsen, bis seine Werke an Gestalt gewinnen. Ich mag seine Ideen. Die Musik von Ferran Cruixent phänomenal.

2.10.2018
Love Chapter 2
von L-E-V (Sharon Eyal und Gai Behar), Musik von Ori Lichtik

27.10.2018
Extremalism/Bolero vom Ballet National de Marseille

22.11.2018
Grand Finale von Hofesh Shechter

4.12.2018
Impression von Iván Pérez, Musik von Ferran Cruixent

Vom Ballett zum zeitgenössischem Tanz

Das war jetzt ein längerer Prozess. Ein halbes Jahr hat es gedauert, bis ich wirklich vom Ballett wegkam und bei Contemporary landete. Naja, man landet da nicht, man hat nur irgendwann so viel verschiedene Bewegungsmuster gelernt, dass man die Verbindung herstellt und sich mehr oder weniger frei bewegen kann.

Es war hart, nicht mehr Ballett tanzen zu können. Meine Zehen waren mir wichtiger, meine Gesundheit war mir wichtiger. Ich musste lernen, anders auf mich zu hören und zu achten.

Ich musste mir komplett neuen Unterricht suchen und neue Schulen. Ich musste den Druck rausnehmen, meinen Anspruch ändern.

Es war ein wichtiger Prozess, ein guter Prozess.

Der Modern Jazz-Unterricht war nichts für mich. Die Lehrerin ist gut, sehr gut, aber der Stil war nichts für mich. Ich habe mir stattdessen eine Contemporary-Gruppe gesucht und bin dort sehr glücklich.

Jetzt nehme ich also ausschließlich Unterricht in zeitgenössischem Tanz, ab und zu werde ich Ballett-Workshops besuchen, zur Auffrischung.

Außerdem habe ich mit Partnerarbeit angefangen, Contact Improvisation bzw. Contact überhaupt.

Die Solisten

Und für den zeitgenössichen Tanz etwas Musik. Gestern war ich in der Hebelhalle und habe mir die Solisten angesehen. Sie waren sehr beeindruckend. Hier: Dagmar Dachauer und hier Ivan Ugrin. Das sind Angela Rabaglio & Micaël Florentz mit The Gyre.

All that Jazz

Ich kann mich gut in Musik einfühlen. Manchmal brauche ich etwas Zeit und um mich in die Tanzformen einzudenken, brauche ich Videos und Lehrer. Ich muss sehen, wie das aussehen kann. Ich brauche Vorlagen. Tanz ist auch eine visuelle Kunst, eine darstellende Kunst. Den eigenen Charakter und Stil verbindet man mit dem, was man im Kopf hat. So wachsen Vorstellung und Gefühl zusammen. Den eigenen Weg gehen ist nicht einfach, aber wichtig.

Ich habe ein altes Buch aus dem Antiquariat gekauft, Erstauflage 1977. Mit vielen Fotos werden Übunstechniken und Figuren beschrieben. Ich finde es sehr interessant und als Compendium ganz brauchbar.

Soweit ich das grundsätzlich verstanden habe, ist das Charakteristische im Jazz die Gegenläufigkeit der Figuren und Bewegungen. Während Schultern sich in die eine Richtung drehen, dreht sich das Becken in die andere. Die rechte Schulter kreist zurück, die linke vor. Es sind expressive, rhythmische Bewegungen. Man kann floaten und einrasten, lösen und verharren.

Ich sammel gerade geeignete Musik in einer Playlist.