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Strong toes

Petit Allégro habe ich für mich schon abgehakt. Mal davon abgesehen, dass sich mein Gehirn verknotet und ich mir die Kombinationen kaum merken kann, ist an eine wirklich saubere Ausführung gar nicht zu denken und am allerwenigsten mit gestreckten Füßen.

In solchen Momenten versuche ich abzugucken und ich komme zu dem Schluss, dass ich niemals die Füße so schnell bewegen kann. Als einfachste Ausrede habe ich entschieden, dass ich das als Mann nicht brauche und auch gar nicht kann. Leider gibt es Männer, die das sehr gut können.

Auf Reddit hat sich ein junger, ehemaliger Profitänzer gemeldet, dem man Fragen stellen konnte. Nicht nur ist seine Geschichte sehr interessant, auch seine technischen Hinweise sind Gold wert.

Einer fragt, was man tun kann, damit man auch Petit Allégros meistert. Die Antwort ist sehr präzise und ebenso, wie er sagt, einfach: strong toes. Er empfiehlt zur Stärkung die towel exercise. Ich kenne die nur als Übung für Spitzentanz und habe sie deshalb nie gemacht. Aber die kann ich ja gerne mal einbauen.

Ich habe ja auch schon festgestellt, dass das eines meiner schwächsten Punkte ist. Und auch meine Verletzung an den kleinen Zehen kommen unter anderem von einer mangelnden Kraft und Gelenkigkeit des großen Zehs. Für meine Verhältnisse habe ich schon viel gedehnt, aber nicht genug und auch wenig gestärkt.

Man kann die Zehen und Füße gar nicht genug trainieren und unterschätzt immer wieder die Notwendigkeit. Und selbst wenn man die Notwendigkeit erkannt hat, trainiert man doch meist zu wenig.

Chaine und Jeté

Immer wieder elektrifizierend und ein Grund, weshalb ich mit Ballett angefangen habe: Fliegen lernen.

Dabei habe ich gar nicht Fliegen gelernt, jedenfalls nicht so. Nur im Ansatz, wackelige Chaines und ein winziges Jeté. Note: „Mhm“ bis „nicht schlecht“. Und das ist schon überdurchschnittlich, wissend, dass entweder ein Berg Arbeit vor mir liegt oder ich mich damit zufrieden gebe.

Vom Ballett zum zeitgenössischem Tanz

Das war jetzt ein längerer Prozess. Ein halbes Jahr hat es gedauert, bis ich wirklich vom Ballett wegkam und bei Contemporary landete. Naja, man landet da nicht, man hat nur irgendwann so viel verschiedene Bewegungsmuster gelernt, dass man die Verbindung herstellt und sich mehr oder weniger frei bewegen kann.

Es war hart, nicht mehr Ballett tanzen zu können. Meine Zehen waren mir wichtiger, meine Gesundheit war mir wichtiger. Ich musste lernen, anders auf mich zu hören und zu achten.

Ich musste mir komplett neuen Unterricht suchen und neue Schulen. Ich musste den Druck rausnehmen, meinen Anspruch ändern.

Es war ein wichtiger Prozess, ein guter Prozess.

Der Modern Jazz-Unterricht war nichts für mich. Die Lehrerin ist gut, sehr gut, aber der Stil war nichts für mich. Ich habe mir stattdessen eine Contemporary-Gruppe gesucht und bin dort sehr glücklich.

Jetzt nehme ich also ausschließlich Unterricht in zeitgenössischem Tanz, ab und zu werde ich Ballett-Workshops besuchen, zur Auffrischung.

Außerdem habe ich mit Partnerarbeit angefangen, Contact Improvisation bzw. Contact überhaupt.

Rückentraining

Eine Frau aus meinem Modern Jazz-Kurs hat mir eine Übung für den Rücken gezeigt, mit der man Wirbel für Wirbel an der Wand abrollt, um die Beweglichkeit zu erhöhen, die ich für Jazz brauche. Und nicht nur für Jazz, auch im Modern braucht man diese Beweglichkeit. Wenn man sie nicht hat, kann es sein, dass man die Wirbelsäule nur an einer Stelle beugt, während die anderen Wirbel starr bleiben.

Rückenbeweglichkeit Wirbel für Wirbel scheint mir eine der schwierigeren Aufgaben, aber sehr wichtig für die Gesamtbeweglichkeit.

Hier noch ein Video.